Projektort:

Sändlegasse 12, 6890 Lustenau

Projektzeitraum:

ab Mai 2019

Beteiligte Blühbotschafter:

In Zusammenarbeit mit:
Netzwerk blühendes Vorarlberg
Link zum Projekt:
Ansaatkurs Lustenau

Blühfläche statt Rasen

Ein blühender Hausgarten für die Artenvielfalt

Am 3.Mai 2019 fand in Lustenau in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk blühendes Vorarlberg, der Marktgemeinde Lustenau, dem Bienenzuchtverein, dem OGV Lustenau und mir als Blühbotschafter und Gartenbesitzer ein Kurs zur Anlage einer bienen- und insektenfreundlichen Blühfläche statt. Die rund 20 Teilnehmer erfuhren von Blühbotschafterin und Landschaftsplanerin Simone König, dass vor allem heimische Wildblumen besonders wichtig für bestäubende Insekten sind, weil sie Wildbienen und anderen Bestäubern nicht nur Nahrung sondern auch Nistmöglichkeiten bieten.

Da der Untergrund am östlichen Siedlungsrand von Lustenau besonders lehmig ist, wurde für die Wildblumenfläche der Boden 20 – 30cm ausgebaggert und mit Schotter verfüllt, darauf 2 cm dicke Schicht keimfreier Kompost verteilt und oberflächlich eingearbeitet. Somit schafft man ein gut vorbereitetes, unkrautfreies Saatbeet für die heimischen Wildblumen, die gerne auf magerem Boden wachsen. Für die Ansaat wurde regional passendes zertifiziertes Saatgut von einem Hersteller aus dem Schwarzwald verwendet, welches vermischt mit Kompost fein ausgebracht wurde. Danach wurden die Samen mit Rechen ganz leicht oberflächlich eingearbeitet und angedrückt. Wildblumensamen sind Lichtkeimer und dürfen dementsprechend nicht tief in die Erde gelangen.

Der folgende Regen schaffte ideale Keimbedingungen und ab Juli waren die ersten Blumen zu sehen und bis im Herbst noch mehr. So richtig üppig wird die Blüte erst im zweiten Jahr, denn im ersten Jahr bilden viele Wildblumen nur die bodennahe Blattrosette aus und die Blüte erst in der nächsten Saison. Da ein sogenannter sonniger Saum angelegt wurde, der ansonsten entlang von Wald- und Wegrändern wächst, dürfen die Pflanzen nur einmal im Jahr gemäht werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist im Frühling, wenn die Pflanzen wieder von unten austreiben. Denn an und in den Stängeln befinden sich Eigelege oder Larven. Also bitte das Schnittgut nicht häckseln, sondern am besten bündeln und aufstellen, dann können die Insekten schlüpfen. Wenn die gebündelten Stängel länger stehen bleiben, dienen sie auch zukünftig als Nistplätze.

Die Arbeit mit der Ansaat wird mit einem echten Lebensraum belohnt. Erstens wachsen selten gewordene Pflanzen und zweitens finden viele Insekten und Kleintiere Nahrung und Nistplätze, die über die Jahre erhalten bleiben. Das ist der große Unterschied zu einer Blumenansaat mit einjährigen Blumen und Gartenblumen, die zwar von Beginn an schön bunt ist und auch von Bienen besucht wird, aber keinen dauerhaften Lebensraum bietet, weil sie jedes Jahr neu angelegt werden muss.

Projektstandort:

Slow-Food Garten für Genießer und Insekten
Ein Bienenbeet am Herzplatz
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